Montag, 24. Juli 2017

Rezension: Rainbow Rowell * Fangirl


Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Hanser Verlag
ISBN-13:
978-3446257009
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2017
Übersetzer: Brigitte Jakobeit


Leseprobe? Kaufen?


Inhalt:
Cath ist nur nicht ein Fangirl, sie ist das Fangirl schlechthin. Und da es immer so lange dauert, bis was Neues von ihrer großen Reihe um Simon Snow kommt, hatte sie beschlossen, ihre eigene Fanfiction dazu zu schreiben. Als Magicath ist sie auch noch ziemlich erfolgreich und bei jeden veröffentlichen Kapitel werden die Klickzahlen höher. Aber nun ist College Zeit und ihr Leben nimmt einen anderen Lauf, als sie es sich wünscht. Ihre Zwillingsschwester Wren will nämlich Jungs kennenlernen und Party machen und beschließt auch nicht mit ihrer Schwester zusammen ein Zimmer zu nehmen. Cath trifft das hart und nun muss sie ihren Alltag allein in die Hand nehmen. Allerdings klappt das nur mäßig, lieber verzieht sie sich in ihre Welt von Simon Snow. Als dann aber Nick und Levi in ihr Leben treten, merkt sie, das Schreiben vielleicht doch nicht alles sein kann. Ob sie sich auch der Welt außerhalb ihrer Fanfiction öffnen kann? Und welchen Jungen wird sie ihr Herz vielleicht schenken? Und wird das echte Leben vielleicht interessanter?

Meinung:
Über Rainbow Rowell habe ich schon so viel Gutes gehört, das ich unbedingt eins ihrer Bücher lesen wollte. Da nun Fangirl an den Start geht und es mir in die Hände gelegt wurde, sah ich das als Zeichen und legte los. Ob ich mich in Cath wieder erkenne und ob ich ihre Welt nachvollziehen kann, erzähle ich euch nun.

Eigentlich hat Cath was von einem Mauerblümchen, immer korrekt, immer pünktlich, kann selten was mit ihrer Umgebung anfangen und flüchtet sich lieber in ihre Welt, wo sie sich verstanden fühlt. Ganz ehrlich, ich war als Teenager genau so, denn ich konnte mit meiner Altersgruppe so gar nichts anfangen. Allerdings war das mit dem Internet da noch so eine Sache, ich glaube, sonst wäre ich Cath zwei gewesen. So war sie mir bei dem Einstieg direkt vertraut. Eine Streberin, die mit ihrer Umgebung nicht gut klarkommt und sich gern in ihrer Gedankenwelt zurückzieht. Das, das nicht so bleiben wird, lehrt uns das Leben und meistens hat es mit Jungs zu tun. Übrigens hatte ich auch eine Schwester, die nur Jungs und Partys in Kopf hatte, unerträglich, wenn auch nicht gleich alt.

So wird Cath also am College gezwungen ihre Komfortzone zu verlassen, und sich doch irgendwie einzufinden. Das klappt auch zuerst ganz gut und ich muss gestehen, ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen. Natürlich müssen wir Leser uns direkt für einen Jungen entscheiden und mein Herz hatte sofort die Quasselstrippe Levi. Ein junger Mann, der durch sein Lächeln auffällt, seine ständige gute Laune und es lohnt sich allein für die gegenseitige Schlagabtausche, die sie sich gegenseitig geben, das Buch zu lesen. Aber Cath muss noch viel lernen, als nur auf ihr Herz zuhören und sich den Dingen im Leben zu stellen, nämlich Prioritäten zu setzten, und zwar im realen Leben.

Es ist immer viel einfacher sich in eine Traumwelt zurück zuziehen und alles andere zu verdrängen, aber irgendwann holt es einem doch ein und klopft hämmernd an die Tür. Tja und Cath und Wren haben keine einfache Familie, da steckt einiges drin und erklärt ihren übergroßen Fluchtinstinkt. Aber das müsst ihr ganz alleine herausbekommen. Zudem müsst ihr euch auch durch die ganze Simon Snow Geschichte arbeiten, denn es gibt ja die Bücher und dazu Cath Fanfiction und diese begleiten uns bei jedem Kapitelabschluss. Ich finde die Idee immer noch sehr putzig umgesetzt und hebt die Geschichte irgendwie von allem bisherigen gelesenen ab.

Jetzt kommt aber auch ein kleiner Kritikpunkt, der mir wirklich bei der zweiten Hälfte immer stärker aufgefallen ist, die Geschichte plätschert so dahin. Wir erleben Drama, Flucht, Drama, Flucht und das irgendwie in Dauerschleife und so gern hätte ich Cath geschüttelt und dann ging es schwups, ich habe es verstanden und Ende. BÄAAMMMM! Und ich dachte, was ist denn nun passiert. Ich meine alles gut, man versteht es und es ist ein gutes Ende, aber warum ein halbes Buch auf Drama anlegen und dann Augenzwinkern und fertig. Das war mir ehrlich gesagt zu lasch und blieb irgendwie nach dem guten Start weit zurück. Aber was soll ich meckern, ich hatte sonst herrliche Unterhaltung und mal ein Buch, was mir von Anfang an Spaß gemacht hatte und ich eine gute Zeit und nach einer Flaute wieder richtig Lust zu lesen, also danke Cath.

Ich glaube, diese Geschichte sollte jeder lesen müssen, denn seit dem Internet verkriechen wir uns doch noch lieber und knüpfen gern unverbindliche Kontakte, als sich dem Leben draußen zu stellen. Wie schnell man da abdriften kann und wie einsam das wird, zeigt Fangirl gut auf. Allerdings sollte jeder auch seine Macken und Leidenschaften ausleben dürfen, es geht einfach darum, ein gutes Zwischending zu finden. Ich fand die Geschichte herrlich umgesetzt mit vielen Lachern und Herz.

Henry und ich hatten wirklich vergnügliche Lesestunden und viele Lacher, dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 
Rainbow Rowell studierte Journalismus und arbeitete mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald. Mit ihrem ersten Jugendroman Eleanor & Park landete sie einen weltweiten Bestseller, gewann den Boston Globe Horn Book Award, den Printz Award und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Jugendliteratur und Romane für Erwachsene. Ihr Bestseller Eleanor & Park (2015) war ihr erster Jugendroman bei Hanser, im Herbst 2017 folgt das Jugendbuch Fangirl

Quelle: Hanser Verlag


Zusatz-Geschichte:
 
https://www.genialokal.de/Produkt/Rainbow-Rowell/Aufstieg-und-Fall-des-ausserordentlichen-Simon-Snow-Roman_lid_32798041.html?storeID=barbers

 Erscheinungsdatum: 04.08.2017


Vielen lieben Dank an den Hanser Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Sonntag, 23. Juli 2017

Rezension: Mariana Leky * Was man von hier aus sehen kann


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Dumont
ISBN-13:
978-3832198398
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2017 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Selma lebt in einem schiefen Haus, in einem kleinen Dorf, im schönen Westerwald. Nur hat sie manchmal einen besonderen Traum, da begegnet ihr nämlich ein Okapi, und wenn das passiert, steht das ganze Dorf Kopf. Es ist so, wenn dieses Tier, ihr im Traum erscheint, kündigt es den Tod an. So sind die Bewohner alarmiert, einige versuchen es einfach als Aberglaube abzutun und andere wollen noch alles im Leben regeln. So überschlagen sich die Ereignisse und alle wollen nur die nächsten 24 Stunden überstehen, mit der Angst, wem wird es treffen. Wird es überhaupt jemanden treffen? Welche Angelegenheiten wollen sie regeln? Und was sagt Selma eigentlich dazu?

Meinung:
Momentan habe ich es ja mit Geschichten, die in kleinen Gemeinden spielen, aber dieses Mal gibt es kein Verbrechen, sondern ein Traum steht im Mittelpunkt, oder besser gesagt ein Okapi. Das zuletzt entdeckte Säugetier unserer Zeit und dann bekommt es so eine Rolle. Überhaupt war ich gespannt auf dieses Dorf und seine Bewohner und letztendlich auf dessen Aussage, den einen Täter werde ich wohl nicht finden.

Der Roman wird in drei Bereichen unterteilt erzählt, und zwar von Luise, der Enkelin von Selma. Im ersten Abschnitt, ist sie zehn Jahre alt, als ihre Oma wieder solch einen Traum hat und sie miterlebt, wie die Älteren darauf reagieren. Der Optiker bringt Liebesbriefe vorbei, Elsbeth wird um Rat gefragt, da diese, Rezepte gegen den Aberglauben praktiziert, Marlies verschanzt sich in ihrem Haus und ist schlechter gelaunt als sonst, nur Martin, ihr einziger Freund und Luise streifen durch die Gegend und beobachten das Chaos. 24 Stunden hält die Unruhe an und dann, ja dann, passiert nix. Oder doch? Denn diesmal schlägt der Traum mit Verspätung zu und diesmal wird es Luises Leben auf den Kopf stellen.

Wie oben schon gesagt, dreht es sich eigentlich um Luises Leben und sie hat es nicht einfach dieses auch Selbst zu gestalten. Es ist immer etwas eigenartig, wenn Kinder nur mit älteren Leuten zu tun haben, sie übernehmen den lebensstill, das altklug sein und vergessen dabei, selbst Erfahrungen zu sammeln. Bei Luise ist der Fall sogar noch spezieller, da ihr Vater seine Praxis hinschmeißt, um die Welt zubereisen, während die Mutter zurückbleibt und mit dem Gedanken spielt, ihn auch richtig zu verlassen. So ist eigentlich nur Selma ihr fester Dreh- und Angelpunkt und diese, hat ihr Dorf und ihr Haus noch nie verlassen. So ist auch Luises Kosmos extrem klein und beschränkt sich auf die kleine Gemeinde und sie versucht, jede Lücke auszufüllen, vergisst aber ihr eigenes Leben dabei. Bis sie eines Tages auf Frederik trifft, einen buddhistischen Mönch, der in Japan lebt. Wird diese Begegnung mehr in ihr auslösen als nur Interesse?

Ich muss gestehen, dass ich mich manchmal etwas schwer mit der Geschichte getan habe. Oft wollte ich, diese einfach nicht weiterlesen, obwohl ich die Figuren sehr mochte, aber die Geschichte kam für mich nicht so richtig in Fahrt. Ich meine, schauen wir uns doch die Figuren an, eine Oma, die wie Rudi Carrell aussieht, ein Optiker, der Stimmen hört und unglücklich verliebt ist, ein Vater, der mit Abwesenheit glänzt und einen Psychotherapeuten mit knarrender Lederjacke hat, dazu kommt noch ein alkoholabhängiger Jäger, der später nur noch die Bibel zitiert, ein Buddhist aus dem fernen Japan und ein Hund, der unsterblich ist. Tja, und das sind noch nicht mal alle, da kommen noch ein paar wilde Exemplare. Ein kauziger Haufen sozusagen, aus komplett verschiedenen Figuren und deshalb habe ich weiter gelesen, da ich jeden Einzelnen irgendwie mochte. Die Personen waren jeder auf seiner Weise lebensecht und sehr detailtreu geschildert. Sprich, man hatte sie alle vor Augen und sie waren die absoluten Highlights des Buches. Aber die Geschichte an sich wirkte oft langatmig, bisschen überzogen und spannungsarm. Und mit solch einem Schluss komme ich auch nicht gut klar.

Was man von hier aus sehen kann, ist eine melancholische Suche nach dem eigenen Lebenswunsch und welche Wege man dafür nehmen muss, um für andere sichtbar zu werden. Das Leben soll nicht einfach nur dahin plätschern, sondern man soll es leben. Eine wunderbare Aussage, auch wenn sie für meinen Geschmack, etwas zu träge erzählt wurde, aber vielleicht war ich auch nicht so in Stimmung dafür.

Henry und ich fand die Geschichte etwas zäh, aber die Figuren großartig, so gibt es drei Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 
 


Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband ›Liebesperlen‹ (2001), die Romane ›Erste Hilfe‹ (2004) und ›Die Herrenausstatterin‹ (2010) sowie ›Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde‹ (2013). Sie lebt in Berlin und Köln. Mit ihren ersten Erzählungen gewann sie den Allegra Preis 2000. Für den 2001 bei DuMont erschienenen Erzählband ›Liebesperlen‹ wurde sie mit dem Niedersächsischen Literaturförderpreis und dem Stipendium des Landes Bayern ausgezeichnet. 2005 wurde sie für ihren Roman ›Erste Hilfe‹ mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte Dichtung/Schriftstellerei des Landes NRW ausgezeichnet.

Quelle: Dumont Verlag 

Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 19. Juli 2017

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherbeobachter,

ich weiß ja nicht, warum ich momentan so auf Dorfgeschichten stehe, aber ich mag diese verschwörerischen Gemeinden und es laufen mir gerade so viele über den Weg. Was glaubt ihr nämlich, was ich wieder entdeckt habe? Genau, ein neues Dorf. Zwei Jugendliche durchstreifen, das sommerliche Dorf und stoßen dabei so auf einige Lügen und Unstimmigkeiten. Klingt gut, ihr wollt mehr, dann schaut mal hier:

 
Das Dorf
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 18.08.2017

Der Sommer verspricht schön und langweilig zu werden. Anfangs widerstrebend, dann immer öfter nimmt der siebzehnjährige Maik die erst zwölfjährige Jenny auf seinen Mopedtouren mit; schließlich sind sie die einzigen Jüngeren in ihrem norddeutschen Dorf. Von der Zukunft wissen sie nur eins: So wie die Erwachsenen wollen sie nicht leben, in der kleinen Welt, in der niemand mit sich im Reinen ist – nicht Jennys unzufriedene Mutter, nicht der seltsame Geschäftsmann mit seiner Familie, auch nicht die schöne Verrückte, die alle «die Nackte» nennen. Doch dann entdecken die beiden, dass Jennys Mutter eine Affäre mit dem Großbauern hat, dessen Stieftochter, die Nackte, den Geschäftsmann ein bisschen näher kennt – sie stoßen in ein Dickicht aus Lügen und Geheimnissen vor, sogar auf ein Verbrechen.


Na, was sagt ihr? Zwei total unterschiedliche Jugendliche, das kann doch interessant werden? Wenn ich mich nämlich so zurückerinnere, sind diese zwei Jahrgänge gefühlt Jahrzehnte auseinander. Dazu noch die ganzen Geheimnisse, meine Neugier auf diesen Sommer im Dorf ist geweckt. Eure auch? Wer kennt denn schon Werke der Autorin? Und wer hat es auch für sich entdeckt?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich auf ins Grüne machende, Sharon

Montag, 17. Juli 2017

GOODIE BAG zu verschenken!

Hallo meine Lieben,

gestern habe ich euch von meinem Tag auf der LitBlog Convention erzählt und wer es von anderen oder vom letzten Jahr noch mitbekommen hat, weiß man bekommt immer eine Goodie Bag. Da der Mann und ich ja zwei Tickets hatten, gab es auch für uns zwei Taschen, und da mir eine reicht, möchte ich gern die Zweite mit allem Drum und Dran verlosen, an euch.

Wer also nicht kommen konnte, kein Ticket hatte, oder einfach diese lange Fahrt nicht auf sich nehmen wollte, hat jetzt die Chance ein bisschen LitBlog Convention Luft zu schnuppern. Also schaut euch den Inhalt an, da gibt es einiges zu entdecken :-)

 Bücher, Tee, Süßes und vieles mehr ...


Vorab: Diesmal findet die Aktion auschließlich auf meiner FACEBOOKSEITE statt. 

    
Dort könnt ihr dann in den Lostopf wandern, indem ihr einfach das Bild liked und einen Kommentar da lasst. Das Gewinnspiel läuft einschließlich bis zum 24.07.2017. Teilen und Seite liken ist kein muss, würde mich aber natürlich sehr freuen. :-) Auch das Kleingedruckte findet ihr dort. 

Nun hoffe ich sehr, dass ich euer Interesse geweckt habe und ihr zahlreich mitmacht. Ich freu mich auf euch und wünsche ganz viel Glück. Bitte lasst euch dieses Goodie Bag nicht entgehen!!!! 
 
Ganz liebe Grüße
Eure, gern ein Päckchen packen gehende, Sharon

Sonntag, 16. Juli 2017

LitBlog Convention 2017

Hallo meine Lieben,

am 10.06.2017 war es wieder so weit und die LitBlog Convention ging in die Wiederholung. Da es ja für uns irgendwie ein Heimspiel ist, waren wir natürlich auch wieder dabei. Übrigens scheint immer an Veranstaltungstag die Sonne, ihr lieben Organisatoren, das ist doch ein ganz klares Zeichen. :D

Dieses Jahr startete die Veranstaltung auch früher, da man sich einige Wünsche, vom letzten Jahr, zu Herzen genommen hat. So fand man sich weit vor 11 Uhr ein und konnte sich bei einem Getränk direkt mit anderen unterhalten und Wiedersehensfreude feiern, denn ich finde, das diese LitBlog wie ein großes Klassentreffen ist, und zwar in ganz positivem Sinne, nämlich mit viel Freude und strahlenden Gesichtern. 


Kleine Impressionen.


Die Begrüßung viel kurz und knackig aus und schon ging es zum eigentlichen Programm. Für uns ging es rein literarisch durch den Tag und davon erzähle ich euch nun:

Der Buchumschlag - Eine Frage des Geschmacks?
Julia Krumhauer (KiWi)


Julia Krumhauer, die Frau mit gutem Geschmack.

Ich gestehe gern, dass das eine oder andere Buch allein durch sein Cover in meinem Buchschrank gelandet ist und das ist auch die erste Aussage gewesen: Ein Buchumschlag ist wie ein Werbeplakat! Stimmt, das Auge liest doch auch gern mit. Julia Krumhauer ist beim KiWi Verlag in der Abteilung Werbung für die Gestaltung der Buchumschläge mitverantwortlich und erzählte ein bisschen aus dem Nähkästchen. Welche Schrift man für welches Genre nimmt und wie man sich bei Reihen verhält, wie das mit Bildrechten abläuft und das fand ich interessant. Es ist nämlich nicht so, das man das Recht einmal kauft und basta, sondern es kommt auf die Größe an, wenn man es für ein großes Plakat benutzen möchte, muss man die Bildrechte neu kaufen, krass, oder? 

Danach präsentierte sie uns einige Beispiele und erzählte, wie es ist mit Autoren und ihren Vorstellungen, zu arbeiten. Manche haben nämlich genaue Wünsche und da ist es manchmal schwer Verkaufsargumente und Kunst unter einen Hut zubekommen. So durften wir einige Entwicklungen bestaunen und waren vom Endprodukt überrascht. Diese Zusammenarbeit besteht meist bei den einheimischen Autoren und so gab es dann noch Beispiele von Übersee. Übernimmt man das Cover, ist das für den Markt tauglich, oder verändert man es? Und was ist mit Büchern, die nun als Taschenbuch erscheinen, lässt man das Cover, oder setzt man da neu an. Spannende Fragen und ein wirklich kreativer Aufgabenbereich, ich war oft erstaunt und muss auch gestehen, dass bei diesem Workshop meine Wunschliste gewachsen ist. Ein wirklich toller Einblick und klasse rübergebracht.


John Irvings Ringen und Scheiben
Lektorin Anna von Planta (Diogenes)


Anna von Planta, was für eine wunderbare Rednerin.

Danach ging es zum nächsten Programmpunkt und der führte uns zu Diogenes und Anna von Planta, der Lektorin von John Irving. Sehr lebendig und mit voller Wucht erzählte sie von ihrem Tun und Arbeiten mit diesem großen Autor. Allein wegen ihm wollte sie Lektorin werden und dann passierte auch noch das Unglaubliche. 

Eigentlich hatte ein anderer Verlag die Buchrechte an John Irving, dessen Werke zwar gelobt wurden, sich aber nicht verkauften. Nach zwei Veröffentlichungen hatte dann der damalige Diogenes Verleger, Daniel Keel, die Chance ergriffen und diesen Autor für den Verlag gesichert und Anna von Planta wurde seine Lektorin. Aber es sollten noch einige Bücher ins Land gehen, bis der große Durchbruch kam. Diogenes glaubt an seine Autoren und hält an ihnen fest, wie man sieht, macht es sich bezahlt, denn nun ist jede Veröffentlichung, ein Bestseller.

Aber zurück zur Lektorin, ich fand ihren Vortrag unheimlich beeindruckend, intensiv und ganz klar, eine ganz große Liebeserklärung an John Irving. Man lebte richtig mit und war von ihren Worten gebannt. Übrigens ist sie nicht nur seine Lektorin, sondern gehört auch zu seinem internationalen 10-köpfigen Rechercheteam und darf dazu die Erstfassung eines neuen Roman lesen. Das nenne ich Mal eine gute Zusammenarbeit


Danach gab es eine Pause.
Mit leckeren belegten Brötchen kam man direkt mit anderen ins Gespräch und tauschste sich über Erlebtes aus. Ich mag das.


Heimatgefühle
 Autorinnen Petra Hülsmann und Anna Basener (Bastei Lübbe)


Petra Hülsmann und Anna Basener

Danach entschieden wir uns für die Dachterrasse und den Vortrag von zwei sympathischen Autorinnen, die über die Rolle, der eigenen Wurzeln, beim Schreiben erzählten. Das finde ich persönlich ganz interessant, wohin setzt man sein Setting, muss es unbedingt das Ausland sein, muss ich schon dort gewesen sein und ist meine Heimat wirklich was für meine Geschichten? 

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich bis jetzt der Roman von Anna Basener vom Titel her "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte" abgeschreckt hatte. Dabei wurde ich so positiv überrascht, sie ist unglaublich witzig, quirlig und nimmt einen mit ihrem Charme ein. Von Essen nach Berlin gezogen und dann lässt sie den Ruhrpott in ihrer Geschichte wieder aufleben, und zwar ganz stilecht in Plattdeutsch. Da ich selber nicht Platt spreche, bin ja auch nicht hier aufgewachsen, sondern nur eine Zugereiste, freu ich mich unglaublich auf diesen Roman, den ich mir signiert mitnehmen durfte. Naja, der Mann hat ihn mir geholt und hatte beim kleinen Plausch total seinen Spaß. Ist ja auch eine ganz Hübsche ;-)

Mit in der Runde war auch Petra Hülsmann, gegen diese Wucht an Frau, wirkte diese aber leider etwas blasser, aber auch ihr sah man an, dass sie Spaß hatte. Seit ihrem Roman "Hummeln im Herzen" (was ich noch unter anderem Cover kenne! Echt immer verwirrend, diese Veränderungen :)) ist sie aus diesem Genre nicht mehr wegzudenken. Aufgewachsen in einer niedersächsischen Kleinstadt, lebt sie jetzt in ihrer Lieblingsstadt Hamburg und ist dort mit dem Entdecken noch lange nicht fertig. Deshalb ist auch Hamburg in ihren Geschichten der Schauplatz und das wird sich erstmals noch nicht ändern, aber sage niemals nie. Mein Herz ist ihr allerdings zugeflogen, als sie angefangen hat zu schnacken und das hört sich immer noch wunderbar in meinen Ohren an und das Kleid von ihr war klasse. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein Buch von ihr lesen. Es ist ja Sommer und ich liebe Hamburg ja auch ...


Shida Bazyar und der "das Debüt" -Bloggerpreis
Autorin Shida Bazyar im Gespräch mit Bozena A. Badura (KiWi)


Debütantin und gleich erfolgreich.

Danach blieben wir direkt sitzen, denn es folgte der "Das Debüt"-Bloggerpreis. Ich muss gestehen, das hat mich neugierig gemacht, was so dahinter steckte, und zwar ein Blog: Das Debüt. Blogger, die sich der Bekanntmachung von Buchneulingen verschrieben haben, denn es ist auf dem Buchmarkt nicht leicht, bei der Masse an Neuerscheinungen wahrgenommen zu werden. So kann jeder deutschsprachige Debütroman eingereicht werden, das Team, von das Debüt erstellt daraus eine Shortlist und dann dürfen ausschließlich Literaturblogger über den Gewinner entscheiden, wenn sie sich als Jurymitglied beworben haben. Eine tolle Idee, aber ich glaube, nichts für mich. Da stoße ich mich nämlich schon an so einigen Eckpunkten ...lach... aber egal, die Gewinnerin von 2016 war auf jeden Fall: Shida Bazyar mit ihrem Roman "Nachts ist es leise in Teheran".

Anschließend folgte ein Gespräch und eine kleine Lesung, aber ich muss gestehen, dass für mich dieser Termin der Schwächste vom Tag war. Ich möchte gar nicht sagen, dass er schlecht war, aber so richtig begeistern konnte er mich auch nicht. Shida Bazyar erzählte zwar sehr interessant aus ihren jungen Leben und über das Schriftstellerdasein, hatte aber auch gegenüber Kollegen so eine ganz andere Ansicht, das hat mich überrascht und erstaunt zurück gelassen. Ich kann meine gemischten Gefühle gar nicht richtig in Worte fassen, also schnell zur letzten Veranstaltung des Tages.
 

100 Bookshops around the world
Buchhändler Torsten Woywod (Dumont Kalenderverlag)


Ein Buchhändler in seinem Element.

Torsten Woywod hatte an diesem Tag sogar zweimal seinen Auftritt mit der gleichen Veranstaltung und wir hatten uns diesen Punkt als Letztes aufgehoben und das war genau die richtige Entscheidung gewesen.

Sehr überrascht über die vielen Teilnehmer, fragte er zuerst, ob wir nicht schon beim ersten Termin dabei waren, denn er erzähle nix Neues, als alle den Kopf schüttelten, war er überraschte, erfreut und legte los. Ein Buchhändler, der ein Experiment startet und sich ins Reisen und Buchläden um die Welt verliebte. Naja, erst war es Europa. Er erzählte unglaublich fesselnd und mit viel Liebe von seinem ersten Abenteuern und lies durch Fotos unsere Bücherherzen schneller schlagen. Wer kennt es nämlich nicht, an fremden Orten Buchläden zu besuchen, um dieses Heimatgefühl zu haben? So war seine erste Reise mit einem Ticket finanziert und er durfte quer durch Europa reisen und seine Erlebnisse kann man in seinem Buch  "In 60 Buchhandlungen durch Europa" nachlesen. Danach kam er zurück und spürte eine ungebändigte Unruhe in sich, das führte schlussendlich dazu, das es ihn zu einem zweiten Abenteuer hinauszog und er sich den schönsten Buchhandlungen der Welt widmete. 

Ich muss sagen, er kann fantastisch erzählen und ich glaube, allen ging es so, man hätte noch länger zuhören können und sich am liebsten selbst sofort an die Orte begeben. Es war wirklich traurig, als die Zeit um war, denn irgendwie hatte man das Gefühl aus einer Blase heraus geplatzt, zu sein. Aber nun gut, alles Schöne endet mal, aber ich muss auch sagen, dass ich mir sofort sein Buch in meiner Lieblingsbuchhandlung bestellt habe und jetzt immer wieder mal schmökern kann.

Übrigens meine Liebeserklärung an meinem Buchladen:

Er mag zwar klein sein, aber besticht aus einem wunderbaren Team und dem Gefühl, immer willkommen zu sein. Danke, dass ihr mein zweites Wohnzimmer seid und meine Leidenschaft versteht.    


Danach ging es ins Foyer und zum essen, plaudern, lachen, kennenlernen und natürlich mussten wir auch Fotos im Fotobulli machen. Irre witzig! Für uns war es eine wirklich gelungene Veranstaltung und wir hatten wirklich schöne ausgelassene Stunden. Natürlich gab es wieder ganz viele Programmpunkte, die wir nicht geschafft haben, aber wir waren sehr zufrieden mit dem erlebten und sagen: Ganz lieben DANK an Bastei Lübbe, Dumont Kalenderverlag, Kiepenheuer & Witsch, Community Editions und Diogenes. Ihr habt das super hinbekommen und erfolgreich das zweite Jahr gewuppt.

Ich hoffe, meine kleinen Erlebnisse haben euch gefallen und nicht gelangweilt ...lach... denn der Beitrag ist länger geworden als gedacht, aber es war so viel, in so kurzer Zeit und ich habe noch nicht mal alles erzählt. Wer war denn auch da? Und hatte genauso tolle Momente wie ich? Wer möchte, dass die LitBlog nächstes Jahr wiederkommt? Ich fänd das nämlich fein ...

Ganz liebe Grüße
Eure, sich gern daran zurückerinnernde, Sharon